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110 Internet AK – Ist Zustand
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Peter_Stey



24.05.2013, 11:33

Hier werden Fragen und Kommentare zur derzeitigen Situation in Nackenheim behandelt. Hierzu gehören unter anderem Fragen wie:

• Wie werden die Nachbargemeinden versorgt?
• Gerade in den Neubaugebieten der Gemeinde ist die Internetversorgung extrem schlecht. Warum ist dies so? Was wird hier unternommen?
• Was bedeutet ein langsames Internet für die Gewerbetreibenden in der Gemeinde.
• Warum sind die Leistungen für einen Anschluß bei verschiedenen Anbietern unterschiedlich?
• Warum hat es solange gedauert bis hier etwas passiert? Wan ist mit einer Änderung zu rechnen?
• Die verfügbare Bandbreite entspricht nicht den Versprechungen der Anbieter. Welche Bandbreiten werden im Rahmen des Internetausbaus angestrebt?

Die Fragen wurden zunächst den Antworten der Bürger zur „Bürgerbefragung zur Versorgung aller Haushalte mit schneller Internetverbindung“ entnommen und vom Internet AK Nackenheim nach Themengruppen geordnet.

Die Mitglieder des Arbeitskreises werden versuchen diese und weitere Fragen von Bürgern hier zu beantworten. Wir, die Mitglieder, weisen aber vorsorglich darauf hin, das es sich hierbei nicht um offizielle Stellungnahmen der Ortsgemeinde handelt.



Peter Stey

Dieser Beitrag wurde bereits 1x editiert, zuletzt am 24.05.2013, 11:34 von Peter_Stey.
jpk


25.05.2013, 15:19

Liebe Nackenheimer,

im Rahmen der derzeit laufenden Umfrage haben uns einige von Ihnen Kommentare und Fragen zukommen lassen. Wir möchten dieses Forum nutzen, um auf einige Punkte einzugehen. 

In der ersten Antwort möchte ich mich den Kommentaren widmen, in denen sich verständlicherweise über die Ausbausituation insbesondere in den Neubaugebieten mit Schwerpunkt Wiesendeichweg beschwert wird. Gerade im Neubaugebiet Wiesendeichweg scheint es schwer verständlich, warum auf der einen Seite einige Anwohner schnelles Internet bekommen, auf der anderen Seite andere Anwohner überhaupt keinen Anschluss erhalten, und dies teilweise seit Jahren!

Um die Situation einordnen zu können muss man kurz auf die Technik hinter Internet über DSL eingehen. In den Anfangszeiten der DSL Versorgung hat die Telekom die DSL Anschlüsse über die großen Vermittlungsstellen bewerkstelligt. Wie vielen von Ihnen bekannt ist, hängt die DSL Geschwindigkeit jedoch in erster Linie von der Entfernung zwischen Ihrem Anschluss und dem DSL Übergabepunkt ab. Jeder zusätzliche Meter beeinflusst die Leitungsqualität.

Die Grundstücke in Nackenheim werden in der Regel von einer Vermittlungsstelle in Bodenheim aus versorgt. Die Leitungslängen sind leider so ungünstig, dass in Nackenheim im Normalfall allenfalls 2MBit DSL zur Verfügung steht, in vielen Lagen sogar deutlich weniger oder gar kein Internet.

Vor diesem Hintergrund mag es verwundern, warum im Bereich Wiesendeichweg bis zu 16Mbit angeboten werden (bzw. wurden). Um die Leitungslängen zu verkürzen haben die Versorger vor vielen Jahren damit begonnen, sogenannte DSLAMs in die kleinen Verteilerkästen zu installieren, die Sie an den Straßenrändern sehen. Diese DSLAMs stellen auf der Telefonleitung das DSL Signal zur Verfügung. Da die Leitungslänge in solchen Fällen viel geringer ist (wenige hundert Meter statt einiger Kilometer), kann eine deutlich höhere Bandbreite (je nach Leitungslänge und verbautem DSLAM Typ bis zu 50Mbit) gewährleistet werden.

Der Nachteil dieser Lösung: Der Versorger muss zum einen die recht teure DSLAM Technik verbauen und unterhalten und zum anderen eine breitbandige Internet-Anbindung zu dem Verteilerkasten legen. In der Regel kommen hier Glasfaserleitungen zum Einsatz, die zunächst einmal gelegt werden müssen.

Im Neubaugebiet Wiesendeichweg hat die Telekom einen solchen DSLAM verbaut, so dass in diesem Teil von Nackenheim schnelles Internet mit bis zu 16MBit zur Verfügung steht. Sie werden jedoch ggf. schon gehört haben, dass viele Anwohner in dem Neubaugebiet gar kein Internet bekommen, nicht einmal langsames Internet.

Der Grund hierfür ist, dass die Telekom zwar einen DSLAM verbaut hat, dieser jedoch im Nachhinein betrachtet deutlich unterdimensioniert ist. Es stehen derzeit schlicht keine sogenannten Ports mehr am DSLAM zur Verfügung. Die einzige Hoffnung für die Anwohner ist, dass die Telekom den DSLAM erweitert oder ein anderer Anbieter auf eigene Kosten einen zweiten DSLAM verbaut. Gespräche mit der Telekom haben ergeben, dass die Telekom bis auf weiteres nicht plant, den DSLAM auszubauen. Inwiefern es sich hier um ein technisches oder ein kommerzielles Problem handelt, ist noch in Klärung. Diese Information werden wir nachreichen.

Da derzeit ausschließlich die Telekom einen DSLAM verbaut hat, kann auch kein anderer Anbieter DSL Leitungen im Neubaugebiet Wiesendeichweg zur Verfügung stellen. Alternative Anbieter wie z.B. 1&1 haben die Möglichkeit, selber Glasfaserleitungen und DSLAMs zu verbauen, können aber auch die freien Ports der Telekom nutzen und wiederverkaufen. Es ist wichtig zu verstehen, dass nur die Telekom von der Bundesnetzagentur dazu verpflichtet ist, ihre eigenen Ports auch dem Mitbewerb zur Verfügung zu stellen (für einen vergleichsweise geringen Betrag).

Kurzum: Die DSL-Situation im Bereich Wiesendeichweg wird sich in den nächsten Monaten nicht ändern.

In den Kommentaren wird sich darüber beschwert, dass die Gemeinde schlecht geplant hat, die Telekom ihrer Grundversorgungspflicht nicht nachkommt, die Gemeinde jetzt nicht die notwendigen Schritte durchführt etc. Lassen Sie mich vorneweg sagen: Wir verstehen den Unmut! Es wäre jedoch nicht fair, hier nicht die Fakten darzulegen.

Die Telekom hat eine Grundversorgungspflicht, die sich jedoch lediglich auf Telefonanschlüsse bezieht. Es gibt kein uns bekanntes Gesetz, welches die Telekom dazu zwingt, jedem Bürger einen Internetanschluss zur Verfügung zu stellen.

Die Telekom ist ein Unternehmen. Als AG ist sie den Aktionären gegenüber verpflichtet, kostendeckend bzw. gewinnbringend zu agieren. Die Telekom hat vor einigen Jahren die Entscheidung getroffen, den besagten DSLAM so auszubauen, wie es derzeit geschehen ist. Wir halten dies für eine unglückliche Entscheidung und vermuten, dass sich die Telekom in der Tat verplant hat und bei genauerem Studium des Bebauungsplans durchaus anders und besser hätte agieren können. Fakt ist aber, dass die Gemeinde hier keinen Einfluss hat. Die Erweiterung des DSLAMs ist mit Investitionen verbunden, welche die Telekom derzeit NICHT tätigen möchte. Die Gemeinde hat hier keine Handhabe, um die Telekom vom Gegenteil zu überzeugen.

In diesem Zusammenhang ist die oben erwähnte Verpflichtung Sonderregelung interessant. Wenn die Telekom auf eigene Kosten Infrastruktur schafft (z.B. neue DSLAMs anschafft und installiert), muss sie diese Anschlüsse auf Anfrage auch anderen Anbietern zur Verfügung stellen. Zwar erhält die Telekom für diese Bereitstellung ein monatliches Entgelt, dieses ist jedoch deutlich geringer als die Umsätze, die sie bei Eigennutzung erwirtschaften würde (derzeit 10,90 EUR/Monat). Dies verlängert die Amortisationszeit von Anschlüssen für die Telekom nach eigener Aussage erheblich und führt nicht dazu, dass die Telekom voller Tatendrang in den Ausbau von Gebieten wie Nackenheim investiert.

Die Gemeinde bemüht sich seit einiger Zeit darum, die Telekom bzgl. eines besseren Ausbaus für ganz Nackenheim zu gewinnen. Die Telekom hat die mit diesem Vorhaben verbundenen Investitionen kalkuliert und eine sogenannte Wirtschaftlichkeitslücke errechnet. Diese Lücke betrug im letzten Jahr ca. 75.000€ und aufgrund der allgemeinen Kostenentwicklung ist es wahrscheinlich, dass die Lücke derzeit sogar noch größer ist. Da wie schon oben erwähnt die Telekom ein privatwirtschaftliches Unternehmen ist, steht sie verständlicherweise auf dem Standpunkt, dass sie Nackenheim nicht gutherzig mit Internet versorgen wird und dabei 75.000€ oder mehr Verlust einfährt.

Die Gemeindeverwaltung ist sich selbstverständlich über die Bedeutung und Wichtigkeit einer soliden und schnellen Internetversorgung im Klaren. Unter anderen Haushaltsbedingungen ist anzunehmen, dass die Gemeinde wie so viele andere Gemeinden auch längst die Wirtschaftlichkeitslücke der Telekom gezahlt hätte. Wie Sie sicherlich wissen ist jedoch Nackenheim stark verschuldet und unterliegt der Kontrolle des kommunalen Entschuldungsfonds. Selbst wenn die Gemeinde die Investition zulasten einer Neuverschuldung tätigen möchte, ist die Investition derzeit aufgrund der Kontrolle des Entschuldungsfonds unmöglich. Nackenheim kann bzw. darf sich nicht an den Kosten für den Internetausbau beteiligen. Bei allen subjektiv verständlichen Vorwürfen an die Gemeinde bitten wir darum, diesen Tatbestand zu beachten.

In den Kommentaren wird beispielsweise erwähnt „Wir erwarten hier eine Lösung!“. Auch wenn wir die Erwartungshaltung voll und ganz nachvollziehen können: Der Gemeinde sind zumindest in Hinblick auf den Ausbau der Telekom Infrastruktur die Hände gebunden!

Natürlich ist es legitim danach zu fragen, warum Nackenheim hier im Zeitraum vor dem Beitritt zum Entschuldungsfond nicht früher tätig wurde. Inwiefern dies die Situation verändert hätte ist jedoch nur schwer zu beurteilen.

In anderen Bereichen des Forums werden wir Sie über die Zukunftsaussichten auf dem Laufenden halten. Bleiben Sie uns gewogen, wir hoffen, dass wir in den nächsten zwei Monaten spannende Neuigkeiten haben. Aber selbst die optimistischsten Schätzungen laufen darauf hinaus, dass sich die DSL Situation in Nackenheim und damit auch im Gebiet Wiesendeichweg frühestens im zweiten Halbjahr 2014 ändern wird.

Was für Alternativen bieten sich zur Überbrückung an? Im Grunde gibt es nur zwei Alternativen:

  • Funklösungen sprich UMTS/LTE oder
  • Satellit

Bisherige Messungen von uns haben ergeben, dass derzeit die Versorgung mit LTE in weiten Teilen von Nackenheim nicht möglich ist (Richtfunkantennen etc. haben wir nicht getestet). Gerüchtehalber soll Vodafone die LTE Versorgung demnächst freischalten, gesicherte Erkenntnisse liegen aber noch nicht vor. Je nach Anwendungsprofil ist aber ein UMTS Router eine vernünftige Alternative. Heimarbeit dürfte damit in vielen Fällen möglich sein, Video on Demand Angebote und vieles mehr jedoch leider nicht (bzw. nicht sinnvoll).

Mit Tooway (http://sat.tooway.de) steht jedoch eine satellitengestützte Lösung zur Verfügung, die sich Mitbürger in Nackenheim durchaus ansehen sollten. Die einzige Voraussetzung ist, dass Sie eine passende Satellitenschüssel installieren wollen bzw. die Installation möglich (und bei Mietobjekten erlaubt) ist.

Tooway bietet erfahrungsgemäß einen guten Service und für viele Belange ausreichend Bandbreite (bis zu 20Mbit Downlink und 6Mbit Uplink). Die Kosten belaufen sich laut Webseite auf 29,90€ (10 GByte/Monat) bis 74,90€ (Datenvolumen unbegrenzt) pro Monat. Zu beachten ist, dass technikbedingt die sogenannte Latenz ca. 600ms beträgt (zum Vergleich bei gängigen DSL Anschlüssen 20-80ms). Dies ist für normales Surfen, E-Mails, Video-/Musikangebote und Downloads nicht sehr relevant, für Echtzeitanwendungen (Terminalserver, Citrix, Online-Gaming) jedoch ein großes Problem.

Wir sind uns darüber bewusst, dass keine der Alternativen eine hundertprozentige Lösung darstellt oder einen DSL Anschluss ersetzen kann. Aber die Lösungen sind zumindest besser als nichts und können ihnen ggf. helfen, die Zeit bis zu einer besseren DSL Versorgung (hoffentlich Ende 2014) zu überbrücken. 

Wenn Sie Fragen zu den dargestellten Äußerungen oder den vorgeschlagenen Alternativen haben, lassen Sie es uns bitte wissen. Wir stehen Ihnen sowohl hier im Forum, über unsere E-Mail Adresse internetak@community.nackenheimer.de als auch im persönlichen Gespräch zur Verfügung. 
 

Liebe Grüße,

   Jan-Peter Koopmann


Dieser Beitrag wurde bereits 1x editiert, zuletzt am 27.05.2013, 10:27 von jpk.
Peter_Stey



26.05.2013, 09:14

Danke Jan-Peter für deine ausführlichen Kommentare zur derzeitigen Situation.
 
Eine kleine Ergänzung zu deinem Text oben. Leider ist Dir das Wort "nicht" in einem deiner Sätze abhanden gekommen. Richtig sollte es heisen:
 
"Die Erweiterung des DSLAMs ist mit Investitionen verbunden, welche die Telekom derzeit  NICHT tätigen möchte. Die Gemeinde hat hier keine Handhabe, um die Telekom vom Gegenteil zu überzeugen."
 
Die Telekom sieht sich erst in der Lage dies zu ändern wenn sie von der Gemeinde den Auftrag zum Internetausbau erhält. Natürlich gegen Einwurf kleiner Münzen.
 
Cheers Peter



Peter Stey
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